17.09.2015 - Deutscher Personalwirtschaftspreis 2015

Vodafone siegt in knappem Finale

Messeimpression

Foto: © Stefan Wernz

Der Sieger des 23. Deutschen Personalwirtschaftspreises heißt Vodafone. In einem engen Rennen um die vorderen Plätze setzte sich der Kommunikationskonzern mit seinem Konzept für eine neue Führungskultur gegen die Deutsche Flugsicherung und die Concordia Versicherung durch. Erstmals konnte das Publikum am zweiten Tag der Messe Zukunft Personal bei der abendlichen Veranstaltung HR SKYdinner über das beste Konzept der drei Finalisten abstimmen. Einen Sonderpreis erhielt das Projekt „Augenhöhe“.

Auf der Veranstaltung im Köln Sky präsentierten die Gewinner ihre Konzepte von der besten Seite. Denn in diesem Jahr wurde der Sieger erstmals per Publikumsentscheid gekürt, die Jury hatte lediglich die Vorauswahl der drei Finalisten getroffen. Mit einem knappen Vorsprung von vier Stimmen sicherte Vodafone sich schließlich den ersten Platz.

Raus aus der Box

Das Düsseldorfer Unternehmen beeindruckte vor allem durch seinen Mut, sich bei der Veränderung der Führungskultur auf unkonventionelle Wege zu begeben. Um eingefahrene Muster aufzubrechen, nahmen rund 450 Führungskräfte an einer Leadership Journey teil, die jede Menge verstörende Momente bereithielt. Zu Beginn der Workshops waren zum Beispiel keine Moderatoren anwesend. Lediglich eine Fahne mit dem Firmenlogo und mysteriöse rote Boxen befanden sich im Raum. Später stellte sich heraus, dass sich hinter einigen der Boxen echte Kunden versteckten. Nachdem die Führungskräfte nur miteinander über die Kundenbedürfnisse gesprochen hatten, wurden sie nach dem Umdrehen der Boxen auf einmal mit der Realität konfrontiert.

Durch die ungewöhnliche Herangehensweise wurde bald klar, worum es hier und generell im Unternehmen geht: Sich in einer komplexen, unsicheren Umgebung zu orientieren und gemeinsam ein neues Verständnis von Führung zu entwickeln. Das gelang dem Unternehmen zunächst auch. „Doch dann kam etwas dazwischen: der Markt“, wie Katrin Jacke, Head of Leadership, Talent & Engagement, in ihrer Präsentation die angespannte Situation in 2014 beschrieb. Durch die schwierige Marktlage sank auch die Motivation der Mitarbeiter. Doch statt in alte Top-down-Muster zurückzufallen, reagierte das Unternehmen wie schon bei der Erneuerung der Führungskultur mit dem Anstoßen eines partizipativen Prozesses. Seitdem können alle Mitarbeiter Teil eines „Power Teams“ werden, das aktiv an der Gestaltung der Unternehmenskultur und -strategie mitwirkt. Der Lohn: Die Zufriedenheitswerte in den Mitarbeiterbefragungen sind wieder deutlich gestiegen.

Eine sichere Landung

Mit 38 Stimmen landete die Deutsche Flugsicherung (DFS) im Finale des Deutschen Personalwirtschaftspreises auf Platz zwei. Christine Wüst, Leiterin Personalstrategie, nahm das Publikum in ihrem Vortrag mit auf eine Flugreise. Startpunkt war die Verfassung, in der Wüst das staatliche Unternehmen bei ihrem Dienstantritt vorfand: ein bürokratisches Gebilde, technokratisch und starr, die Instrumente der Personalarbeit allesamt strikt durchdekliniert. Eine Neuausrichtung der Mitarbeiter- und Führungskräfteentwicklung war dringend gefragt. Deshalb sorgte der HR-Bereich für etliche Turbulenzen: Viele Instrumente und Regeln wurden abgeschafft, es wurde (Luft-)Raum eröffnet für eine individualisierte, lebensphasenorientierte Personalentwicklung, die sich zugleich an der Unternehmensstrategie ausrichtet. Statt auf strikte Vorgaben und Regeln setzt das Unternehmen nunmehr auf eine Vertrauenskultur und lässt den Führungskräften viel Freiraum für Entscheidungen. Das Mitarbeitergespräch wurde völlig neu aufgesetzt. Ergebnis der Bemühungen um die Personalentwicklung: eine sichere Landung in der Gegenwart.

Der richtige Mix

Dritter Sieger ist die Concordia Versicherung aus Hannover, die mit 35 Stimmen nur knapp hinter der DFS landete. Markus Witzel, Leiter Geschäftsbereich Mitarbeiter und Prozesse, zog in seiner Präsentation Parallelen zwischen der HR-Arbeit und dem Job eines Disk Jockeys. Wie am Mischpult in der Disko ging es auch bei der Concordia darum, den richtigen Mix zu finden, um für eine gute Stimmung und den richtigen Rhythmus im Unternehmen zu sorgen. Denn statt einfach nur das Konzept eines Unternehmensberaters zur Steigerung der Produktivität umzusetzen, entschied man sich, gleichzeitig die Mitarbeiterzufriedenheit zu steigern.
Das Programm „Attraktivität und Beschäftigungsfähigkeit“ verzahnte die Personalarbeit, insbesondere die Personalentwicklung, mit der strategischen Organisationsentwicklung. Aus den Komponenten Personalentwicklung, Führung und Organisation, Zusammenarbeit sowie Gesundheit entstand der Mix, der nun „unsere Melodie im Prozessmanagement ausmacht“, so Witzel. Eine angenehme Musik, wie das Publikum zum Schluss des Vortrages hören durfte.

Sonderpreis für Projekt „Augenhöhe“

Einen Sonderpreis erhielt das Film- und Dialogprojekt "Augenhöhe". Die Initiatoren Sven Franke, Silke Luinstra und Daniel Trebien nahmen die Ehrung von Thomas Sattelberger, ehemaliger Personalvorstand der Telekom, entgegen. Das durch Crowdfounding finanzierte Projekt zeigt neue Formen der Zusammenarbeit in Unternehmen, die von Selbstbestimmung und Partizipation geprägt sind. Der Film war bereits an vielen Orten zu sehen und hat zahlreiche Diskussionen zu einer neuen Arbeitswelt provoziert. „Sie haben ein neues soziales Lab kreiert und eine Bewegung angestoßen“, lobte Sattelberger.

Der Deutsche Personalwirtschaftspreis wird gemeinsam von der Zeitschrift Personalwirtschaft und dem Messeveranstalter spring Messe Management verliehen. Ausgezeichnet werden innovative Konzepte zur Personalarbeit, die sich in der Praxis bewährt haben. Ermöglicht wird die renommierte Auszeichnung für innovative und nachhaltige HR-Arbeit durch die Sponsoren ADP, EY, Mentus, Oracle und Towers Watson.

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