Karrieretrend Crowdworking: Chance oder Herausforderung?

Vernichtet oder schafft die Digitalisierung Arbeitsplätze? Bei dieser Frage gehen die Expertenmeinungen auseinander. Ein Trend lässt sich jedoch ausmachen: das Crowdworking. Viele Menschen träumen von einem Arbeitsplatz, an dem ihre Kreativität voll zum Einsatz kommt und Hierarchien keine Rolle spielen. Die virtuellen Crowdworking-Plattformen versprechen Unabhängigkeit, Selbstbestimmung und die flexible Aufgabenwahl. Mindestlohn, Kündigungsschutz und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall versprechen sie jedoch nicht. Immer mehr Unternehmen entdecken die sogenannten „Crowdworker“ als Quelle für ihr Innovationsmanagement und nutzen ihre Ideen oder lassen beispielsweise neue Produkte testen.

Diese neue Form des Outsourcings von Arbeit wirkt sich auf die gesamte Wirtschaft aus. Im Trendforum „Digital Culture“ (Halle 3.2) beleuchtet daher die Zukunft Personal am zweiten Messetag (Mittwoch, 19. Oktober 2016) das Thema „Crowdworking“ aus unterschiedlichen Perspektiven. Mit dabei sind Vertreter von Crowdworking-Plattformen sowie von Arbeitgebern, Gewerkschaften, Forschungseinrichtungen und Verbänden. Zu den Rednern gehört unter anderem auch Raúl Krauthausen, der bekannte Inklusionsaktivist und Mitgründer der Sozialhelden.

Vier Perspektiven auf die Zukunft der Arbeit

Nach einer Einführung in das Thema Crowdworking (19.10.2016, 09.30 Uhr, Trendforum „Digital Culture“, Halle 3.2) mit Informationen über verschiedene Plattformen, ihre Bedeutung und Problemfelder von Christoph Sieciechowicz, Medienunternehmer und Vorstandsmitglied des Deutschen Crowdsourcing Verbands e.V., folgen vier Perspektiven auf die Zukunft der Arbeit (19.10.2016, 10.15 – 12.45 Uhr, Trendforum „Digital Culture“, Halle 3.2). Die Unternehmensvertreter Christian Kuhna, Director Think Tank Future Trends & Innovation der adidas Group HR Strategy, und Mirjam Pütz, Head of Disruptive and Strategic Programs der Deutschen Bank, erläutern, wie plattformbasierte Arbeit organisiert werden muss, um die nächste Generation an Talenten zur Teilnahme an Open-Source-Projekten in Unternehmen zu motivieren (19.10.2016, 13.00 – 14.00 Uhr, Trendforum „Digital Culture“, Halle 3.2).

Einblick in die Mechanismen kollaborativer, offener Zusammenarbeit gibt Bastian Unterberg, der 2006 die Plattform jovoto ins Leben rief (19.10.2016, 10.15 – 11.00 Uhr, Trendforum „Digital Culture“, Halle 3.2). Der Gründer und Geschäftsführer hat mit jovoto schon mehr als 400 Projektherausforderungen in seiner Community von etwa 80.000 Kreativen gelöst. Doch es gibt auch Zweifel daran, ob plattformbestimmte Jobs die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten tatsächlich verbessern: Vanessa Barth, Bereichsleiterin im Funktionsbereich Zielgruppenarbeit und Gleichstellung der IG Metall, zeigt auf, was aus Gewerkschaftssicht dazugehört, damit gute Arbeit im Internet in Form von Microtasking, Crowdstorms, Cloud-Testing oder Co-Creation gewährleistet werden kann (19.10.2016, 12.00 – 12.45 Uhr, Trendforum „Digital Culture“, Halle 3.2).

Inklusions-Aktivist Raúl Krauthausen über die Chancen von Crowd-Doing

Eine weitere Perspektive auf die Kraft der Crowd steuert der bekannte Inklusions-Aktivist Raúl Krauthausen mit dem Vortrag „Crowd-Doing – Chance für Diversity und Teilhabe” bei (19.10.2016, 15.00 – 15.30 Uhr, Trendforum „Digital Culture“, Halle 3.2). Der Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande gründete mit seinem Cousin Jan Mörsch 2004 den gemeinnützigen Verein „Sozialhelden“ in Berlin, der sich für eine barrierefreie und inklusive Gesellschaft engagiert. Unter dem Motto „Einfach mal machen!“ haben die Sozialhelden zahlreiche erfolgreiche Projekte in Deutschland hervorgebracht wie etwa die Wheelmap, oder Gesellschaftsbilder. Welche Vorteile Crowd-Doing und die Weisheit der Vielen dabei haben, erläutert Krauthausen im Anschluss an eine Podiumsdiskussion, bei der die verschiedenen Positionen zum Thema aufeinandertreffen.

Zwischen Hierarchie und Netz: Wie selbstbestimmt sind Crowdworker?

Aus Wissenschaftsperspektive beleuchtet das Thema „Crowdworking“ Prof. Dr. Dr. Ayad Al-Ani, der am Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft Berlin dazu forscht und unter anderem Lehrbeauftragter der Universität Potsdam ist. Der Organisationsforscher hat in einer Studie untersucht, was Talente motiviert, den virtuellen Plattformen Zeit und Ideen zur Verfügung zu stellen. Er hat herausgefunden, dass für Crowdworker Spaß und Lernmöglichkeiten an erster Stelle stehen und der Verdienst weniger wichtig ist. Gleichzeitig wirft der Professor die Frage auf, inwiefern die Plattformen das Versprechen der freien Entfaltung einlösen, während gleichzeitig Unternehmen via Top-Down-Anordnung funktionieren. In seinem Vortrag führt Prof. Al-Ani zudem aus, wie sich die Arbeitsform Crowdworking in Zukunft weiterentwickeln könnte – zum Beispiel als eine Art „Netarchie“, einer Kombination aus Hierarchie und Netz (19.10.2016, 15.45 – 16.15 Uhr, Trendforum „Digital Culture“, Halle 3.2).

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Ansprechpartner

Elisabeth Kircher

Digital Communication Manager

e.kircher @ messe.org
Tel: +49 621 70019-552

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